VORARLBERGER

WIRTSCHAFTSGRAFIKEN

 

Begleittext                                                                                         Feldkirch, im Dezember 2005

Grafik 1: Vorarlbergs Lage in Europa

Vorarlberg liegt verkehrsmäßig im Zentrum Mitteleuropas. Die benachbarten ausländischen Wirtschaftsräume (München-Augsburg-Stuttgart, Zürich-Basel, Mailand) sind für uns rascher zu erreichen, als die österreichischen Wirtschaftszentren. Unser Land ist daher sehr stark außenhandelsorientiert.

Vorarlberg ist mit einer Fläche von 2.600 km2 und mit ca. 360.000 Einwohnern das zweitkleinste Bundesland Österreichs. Vorarlberg ist ein Land mit rasch wachsender Bevölkerung. Mit 138 Einwohner pro km2 ist Vorarlberg nach Wien das am dichtesten besiedelte Bundesland.

 

Grafik 2: Vergleichsdaten Vorarlberg - Österreich

Vorarlberg hat einen Anteil an der gesamten Wohnbevölkerung Österreichs von 4,4 %. Daran gemessen weist unser Land bei den Exporten, den Gästenächtigungen, der Sachgüterproduktion, den Lehrlingen und den Gastarbeitern deutlich über- durchschnittliche Werte auf.

 

Grafik 3: Die Vorarlberger Regionen (Flächen u. Arbeitsplätze)

Das Rheintal, der Walgau und das Leiblachtal bilden den am stärksten besiedelten Zentralraum Vorarlbergs. In der Talsohle dieser Regionen wohnen etwa 80 % der Bevölkerung auf 20 % der Gesamtfläche des Landes. Auch die Arbeitsplätze der gewerblichen Wirtschaft sind auf Rheintal und Walgau konzentriert, denn 87 % der Arbeitnehmer sind in diesen Räumen beschäftigt.

 

Grafik 4: Die Vorarlberger Regionen (Arbeitsplätze nach Wirtschaftssektoren)

Vorarlberg ist stark industrialisiert. Die Zentren der Produktion befinden sich im Rheintal und im Walgau. Der Dienstleistungsbereich ist besonders im Arlberggebiet, im Kleinwalsertal und im Montafon vertreten, was auf einen ausgeprägten Tourismus zurückzuführen ist. Im Bregenzerwald und im Montafon gibt es außerdem einen hohen Anteil an handwerklichen Dienstleistungsberufen. Im Großen Walsertal lebt die Bevölkerung vor allem von der Landwirtschaft, aber auch zunehmend vom Tourismus.

 

Grafik 5: Entwicklung von Wohnbevölkerung und Berufstätigen

Wie aus den Eckzahlen der Volkszählungs-Stichtage hervorgeht, hat die Wohnbevölkerung in Vorarlberg von 1910 bis 2001 um 142 % zugenommen, die Zahl der Berufstätigen aber "nur " um 119 %. Dementsprechend sank die Erwerbsquote (Anteil der Berufstätigen an der Wohnbevölkerung) von 53 % (1910) auf 48 % (2001). In den 70er- und 80er-Jahren war sie allerdings noch niedriger.

 

Grafik 6: Entwicklung der Berufstätigen nach Wirtschaftssektoren

Bei den Berufstätigen (Selbständige und unselbständig Beschäftigte) hat sich seit Beginn des Jahrhunderts in Vorarlberg ein starker Wandel vollzogen. Der Anteil der Land- und Forstwirtschaft sank von 36 % (1910) auf gegenwärtig 2 % ab. Der Anteil der Sachgüterproduktion (Industrie und Gewerbe) ging von 46 % auf derzeit 40 % zurück und der Dienstleistungsbereich erhöhte sich von 18 % auf 58 %. Diese Strukturänderung hat sich seit dem Beginn der 60iger Jahre besonders stark bemerkbar gemacht.

 

Grafik 7: Beschäftigungsentwicklung (Vorarlberg - Österreich)

Die Beschäftigungsentwicklung (unselbständig Beschäftigte) von 1970 bis 2004 zeigt für Vorarlberg eine Zunahme um 50 %, während sie für Gesamtösterreich nur 34 % beträgt. Auffallend ist die Stagnation Anfang der 80er-Jahre, was hauptsächlich auf den wirtschaftlichen Einbruch in der Industrie (insbesonders des Textilbereichs) zurückzuführen ist.

 

Grafik 8: Arbeitslosenrate (Vorarlberg - Österreich)

Österreichs Arbeitslosenrate war bis zum Beginn der 90er Jahre fast immer doppelt bis vier mal so hoch wie jene unseres Bundeslandes. In den letzten Jahren hat die Arbeitslosigkeit in Vorarlberg allerdings stark "aufgeholt".

 

Grafik 9: Arbeitslosigkeit nach Bildungsabschluss

Die Arbeitslosigkeit steigt mit abnehmendem Ausbildungsniveau. Während im Durchschnitt im Herbst 2005 "nur" 6,5 % der Berufstätigen arbeitslos waren, hatten immerhin 16 % jener Personen, die nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen, keinen Arbeitsplatz.

 

Grafik 10: Jugendarbeitslosigkeit international

Während Österreich unter den westlichen Industriestaaten die niedrigste Arbeitslosenquote aufweist, liegen wir bei der Jugendarbeitslosigkeit „nur" an 4. Stelle. Knapp 10 % der Jugendlichen unter 25 Jahren waren bei uns im Jahre 2004 ohne Arbeit. In den anderen europäischen Ländern sind die Arbeitslosenraten zum Teil wesentlich höher. Arbeitsmarktexperten führen dieses verhältnismäßig positive Abschneiden Österreichs auf das gute Berufsausbildungssystem und hier insbesonders auf die Lehrlingsausbildung zurück.

 

Grafik 11: Beschäftigte nach Wirtschaftszweigen

Von den etwa 143.000 Personen, die in Vorarlberg Mitte 2005 unselbständig erwerbstätig waren, gehören 70 % Betrieben der gewerblichen Wirtschaft an.

Die größten gewerblichen Wirtschaftszweige sind der Handel mit einem Anteil von rund 14 %, die Metallbe- und -verarbeitung (inkl. Elektrobereich) mit 13 %, das Bauwesen mit 8 %, sowie die Textil- und Bekleidungsbranche, die 5 % aller Beschäftigten Vorarlbergs umfasst. In der Gruppe "Öffentliche Dienste" sind auch die Gebiets-körperschaften, die Interessensvertretungen und die Sozialversicherungsträger enthalten, die zusammen knapp 15.000 Personen beschäftigen.

 

Grafik 12: Arbeitnehmer in der gewerblichen Wirtschaft (nach Sparten)

In der gewerblichen Wirtschaft Vorarlbergs sind ca. 100.600 Personen unselbständig erwerbstätig. Das sind 70 % aller Beschäftigten. Die größten Wirtschaftsbereiche (Sparten) sind das Gewerbe und Handwerk sowie die Industrie mit einem Anteil von 32 bzw. 26 %. Die 7 Sparten der Wirtschaftskammerorganisation werden weiters in fast 130 Branchen (Fachgruppen) unterteilt.

 

Grafik 13: Arbeitnehmer in der gewerblichen Wirtschaft nach Wirtschaftsbereichen (Entwicklung)

In den vergangenen 20 Jahren hat die Zahl der Beschäftigten in allen Sparten zugenommen, außer in der Industrie. Dort konnte trotz Zuwächsen im Metall-Elektro-Bereich ein starker Personalabbau im Textilsektor nicht ausgeglichen werden. Eine relativ hohe Zunahme gab es im Tourismus, wo heute um die Hälfte mehr Arbeitnehmer beschäftigt sind als vor 20 Jahren. Die im Jahre 2002 neu geschaffene Sparte „Information und Consulting" setzt sich aus Branchen aus Gewerbe (7), Handel (2) und Verkehr (1) zusammen.

 

Grafik 14: Ausländer am Arbeitsmarkt

Vorarlberg hat mit 19,2 % österreichweit die mit Abstand höchste Ausländerquote, das entspricht einer Anzahl von 26.400 ausländischen Arbeitskräften (Æ 2004). Den höchsten Ausländeranteil hat es im Jahre 1973 mit 22,6 % gegeben. Wesentlicher Grund für die hohe Ausländerquote ist die Vorarlberger Wirtschaftsstruktur mit einem überdurchschnittlichen Anteil von Branchen mit hohem Hilfskräftebedarf (z.B. Textilindustrie, Tourismus, Bauwirtschaft).

 

Grafik 15: Ausbildungsgrad der Vorarlberger

Vorarlberg hat mit 22 % einen verhältnismäßig hohen Anteil an Berufstätigen mit Pflichtschulabschluss. Österreichweit sind es nur 17 %. Auch bei den Fachschulen weist Vorarlberg mit 17,5 % einen etwas höheren Anteil als Gesamtösterreich auf. Bei der Lehre – wo die meisten Berufstätigen ihren Abschluss haben – liegt Vorarlberg mit 38 % im Österreichdurchschnitt. In den übrigen Bildungsbereichen liegen wir im "Ländle" unter dem Bundesschnitt.

 

Grafik 16: Struktur der Lehrlinge nach Sparten

Auch bei den Lehrlingen ist das Gewerbe und Handwerk der größte Arbeitgeber und zwar mit einem Anteil von 48 % mit großem Abstand. Es folgen die Industrie mit 17 % und der Handel mit 15 %. Insgesamt wurden im Jahre 2004 in Vorarlberg 7.290 Lehrlinge ausgebildet.

 

Grafik 17: Lehreintritte im Vergleich zu Schülern im 9. Schuljahr

Die Entwicklung der Zahl der Lehrlinge im 1. Lehrjahr hängt wesentlich von der Zahl der Schüler im 9. Schuljahr bzw. von der 15-jährigen Wohnbevölkerung ab. Sie sind das Potential für die Lehreintritte. Die Grafik zeigt, daß sich bei den Lehreintritten die sinkende Schülerzahl bis 1990 kaum ausgewirkt hat, danach entwickelten sich die beiden Reihen in etwa parallel. Der weiteren Entwicklung der 15-jährigen nach zu schließen, steigt das Potential für neue Lehrlinge noch bis 2007 an, um dann aber stetig abzunehmen.

 

Grafik 18: Anteil der Lehreintritte an Schülern im 9. Schuljahr

Analog der vorigen Grafik stieg die Eintrittsquote bis 1990 stetig an, während sie seit diesem Zeitpunkt trendmäßig gesunken ist (mit Ausnahme der Jahre 1999 bis 2001).

 

Grafik 19: Betriebe in der gewerblichen Wirtschaft nach Wirtschaftsbereichen (Entwicklung)

Die meisten Betriebe (knapp 6.300) gehören in Vorarlberg dem Gewerbe und Handwerk an, gefolgt vom Handel (6.100). Diese beiden Wirtschaftssektoren haben in den letzten 20 Jahren auch den größten Zuwachs an Unternehmen erreicht. Leicht rückläufig war in diesem Zeitraum die Anzahl der Industriebetriebe. Der Rückgang im Bereich Banken und Versicherungen ist auf Zusammenlegungen von Betrieben des Raiffeisensektors zurückzuführen. Die Sparte „Information und Consulting" wurde im Jahre 2002 neu geschaffen und setzt sich aus Branchen der Sparten Gewerbe, Handel und Verkehr zusammen.

 

Grafik 20: Betriebsgrößen nach der Beschäftigtenzahl

Vorarlberg ist ein Land der Klein- und Mittelbetriebe. In 90 % aller Betriebe der gewerblichen Wirtschaft sind weniger als 20 Arbeitnehmer tätig, dort arbeiten insgesamt ca. 32.000 Personen (32 % der Gesamtbeschäftigten). In den Betrieben mit 20 - 99 Beschäftigten (das sind 8 % aller Vorarlberger Betriebe) arbeiten etwa 28.200 Personen (28 %). Der Anteil der Betriebe, die über 100 Arbeitnehmer beschäftigen, ist mit 2 % sehr klein; hier sind aber doch 40.400 Personen (40 %) tätig.

 

Grafik 21: Wirtschaftswachstum (Vorarlberg - Österreich)

Das Vorarlberger Wirtschaftswachstum war in den letzten 10 Jahren von etwas stärkeren Schwankungen geprägt, als das österreichische. Über den gesamten Zeitraum betrug das durchschnittliche jährliche Wachstum in Vorarlberg 4,3%, in Österreich 3,7 %.

 

Grafik 22: Wertschöpfung nach Wirtschaftsbereichen

Die Wertschöpfung Vorarlbergs (entspricht in etwa dem Bruttoregionalprodukt) betrug im Jahre 2004 rund 9,9 Mrd. Euro (Schätzung).

Den größten Beitrag zur Wertschöpfung leistet in Vorarlberg die Sachgüterproduktion (Industrie u. Gewerbe), ihr Anteil beträgt 28 %. Es folgen das Realitätenwesen und die Beratungsdienste (15 %), der öffentliche Dienst samt Unterrichts- und Gesundheitswesen (13 %), der Handel (10%) und das Bauwesen (8 %).

Im Vergleich zu Österreich ist zu erkennen, dass Vorarlbergs Sachgüterproduktionsanteil an der Wertschöpfung wesentlich größer ist, ebenso jener der Bereiche Gastronomie-Beherbergung und Energiewirtschaft. Hingegen liegt der Wertschöpfungsanteil unseres Bundeslandes, im öffentlichen Dienst, im Handel, im Verkehr (also in den traditionellen Dienstleistungsbereichen) sowie in der Landwirtschaft unter jenem Gesamtösterreichs. Dieser unterdurchschnittliche Dienstleistungsanteil ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, dass es in Vorarlberg keine großstädtischen Ballungsgebiete und keine überregionalen Verwaltungszentren gibt.

 

Grafik 23: Industrieproduktion nach Warengruppen

Der Vergleich der Produktionswerte der Vorarlberger Industrie zeigt zwischen 1974 und 2004 folgende Entwicklung: Die Textilindustrie hat ihre führende Stellung eingebüßt, obwohl die Produktion stark ausgeweitet werden konnte (Rückgang des Anteils von 59 % auf 13 %). Der Eisen-Metall-Elektro-Bereich hat den Textilsektor längst überholt (Anteilssteigerung von 20 % auf 50 %). Zunahmen der Produktionsanteile sind auch bei der Nahrungsmittelindustrie sowie der chemischen Industrie samt Holz und Papier festzustellen.

Insgesamt produzierten die Industriebetriebe im Jahre 2004 Waren im Wert von 4,8 Mrd. Euro.

 

Grafik 24: Exporte in Wirtschaftsräume

Die große Bedeutung der Exporte für Vorarlbergs Wirtschaft ist daraus ersichtlich, dass etwa die Hälfte der erzeugten Waren ins Ausland geliefert wird. Die für unser Land wichtigsten Ausfuhrregionen sind die EU- und die EFTA-Länder. Rund 80% aller Erzeugnisse gingen im Jahre 2004 in diese Staaten (Deutschland als größter Handelspartner und die Schweiz nahmen allein knapp die Hälfte der Vorarlberger Exporte auf). Der Handel mit den osteuropäischen Staaten konnte in den letzten Jahren zwar stark belebt werden, der Exportanteil beträgt aber erst 4 %. Die Ausfuhr nach Amerika, nach Asien und nach Afrika zusammen macht einen Anteil von etwa 15 % aus.

 

Grafik 25: Exporte nach Warengruppen

Im Jahre 2004 betrug der Warenwert der Vorarlberger Exporte 5,4 Mrd. Euro. Führend sind die Produkte der Maschinen-, Metall- und Elektrounternehmen mit einem Gesamtanteil von 45 %, gefolgt von den Erzeugnissen der Textil- und Bekleidungs-wirtschaft mit einem Exportanteil von 14 %. Für Vorarlbergs Wirtschaft ist außerdem die Ausfuhr von Nahrungsmitteln, Holz und Leuchtkörpern, chemischen und Kunststoffartikeln sowie Sportgeräten von großer Bedeutung.

Die Pro-Kopf-Exporte sind in Vorarlberg mit € 15.100,-- fast um rund 40 % höher als jene Österreichs mit € 10.900,-- und sogar etwas höher als jene in der Schweiz.

 

Grafik 26: Einkommensvergleich (Vorarlberg - Österreich)

Die Vorarlberger Erwerbstätigen verdienen im Durchschnitt um 5 % mehr als ihre österreichischen Kollegen. Dieser Vorsprung konnte in den letzten 10 Jahren gehalten werden. Bei den Männern ist der Unterschied zwischen dem Einkommen in Vorarlberg und Österreich noch stärker ausgeprägt als bei den Frauen.

 

Grafik 27: Wohlstandsvergleich: BIP je Einwohner

Österreich liegt im Vergleich des Bruttoinlandsproduktes je Einwohner innerhalb der Europäischen Union auf dem 4. Platz. Gemessen am EU-Durchschnitt ist das heimische Pro-Kopf-BIP (zu Kaufkraftparitäten) um 12 % höher.

 

Grafik 28: Arbeitskosten international

Österreichs Arbeitskosten liegen im internationalen Mittelfeld. Besonders teuer ist die Arbeitskraft eines Arbeiters der Industrie in Deutschland, der Schweiz und einigen nordeuropäischen Staaten. Vor allem jene Länder, die über niedrige Lohnnebenkosten verfügen, weisen Wettbewerbsvorteile gegenüber Österreich auf, wie etwa die USA und Großbritannien. Ein Vergleich mit unseren östlichen Nachbarn ist schon fast nicht mehr darstellbar: Ein Arbeiter kostet in Ungarn, Polen und Tschechien nur 15 - 20 % seines österreichischen Kollegen.

 

Grafik 29: Struktur der Arbeitskosten

Nur die Hälfte der Arbeitskosten in Österreichs Industrie macht der Brutto-Leistungslohn aus. Die übrigen Kosten (Lohnnebenkosten) müssen für gesetzliche Sozialleistungen (fast zur Gänze Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung), Sonderzulagen, bezahlte Ausfallzeiten, Abfertigungen usw. aufgewendet werden.

 

Grafik 30: Lohn- und Preisentwicklung

Während die Preise in den letzten 10 Jahren insgesamt um 18,5 % gestiegen sind, nahmen die Tariflöhne (Kollektivvertragslöhne und -gehälter) im selben Zeitraum um 26,4 % zu. Die Tariflohnabschlüsse lagen in jedem Jahr (außer 2000, 2001 und 2004) über der Inflationsrate.

 

Grafik 31: Inflationsraten (Vergleich Österreich-EU)

Seit dem EU-Beitritt Österreichs im Jahre 1995 ist die Inflation in unserem Land deutlich gesunken (auf den niedrigsten Stand seit Mitte der 50er Jahre). Im selben Zeitraum sind in der EU insgesamt die Preissteigerungsraten wesentlich weniger stark zurückgegangen. In den Jahren 2000 u. 2001 gab es allerdings einen allgemeinen Preisschub infolge der internationalen Verteuerung von Mineralölerzeugnissen.

 

Grafik 32: Geleistete Arbeitszeit pro Woche

Ein Selbständiger (gewerblicher Wirtschaftstreibender, Freiberufler, Landwirt) arbeitet im Durchschnitt um fast 30 % mehr als ein unselbständig Beschäftigter. Am längsten wird (bei Selbständigen und Unselbständigen) im Gaststätten- und Beherbergungsbereich sowie in der Landwirtschaft gearbeitet.

 

Grafik 33: Wohnbautätigkeit (Vorarlberg - Österreich)

Die Wohnbautätigkeit ist in Vorarlberg schon seit vielen Jahren überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Die Wohnbauquote (fertiggestellte Wohnungen je 1000 Einwohner) liegt bei uns durchwegs deutlich über dem Österreichdurchschnitt (ausgenommen 1999). Sie hat bis 1997 an Intensität zugelegt, dann aber aufgrund einer gewissen „Sättigung" abgenommen. Im Jahre 2002 wurden in Vorarlberg 2.530 Wohnungen neu geschaffen (neuere Daten sind noch nicht verfügbar).

 

Grafik 34: Entwicklung der Gästenächtigungen

Der Tourismus gehört zu den tragenden Säulen der Vorarlberger Wirtschaft. Im Tourismusjahr 2004/05 haben bei uns etwa 1,8 Mio. Gäste übernachtet. Für sie wurden 7,9 Mio Gästenächtigungen gezählt. Den Hauptanteil an Ausländerübernachtungen stellen dabei die Gäste aus Deutschland mit 72 %.

Eine interessante Entwicklung zeigt die Graphik: Während der Sommertourismus bis 1980 immer mehr Nächtigungen gegenüber dem Wintertourismus brachte, sind danach die Wintermonate für die Tourismuswirtschaft bedeutender geworden.

 

Grafik 35: Gästenächtigungen in den Regionen

Nach den einzelnen Regionen betrachtet liegt das Montafon insgesamt mit knapp 2 Mio. Gästenächtigungen an der Spitze (vor allem im Winter), knapp gefolgt vom Bregenzerwald und vom Kleinwalsertal (jeweils Sommer- und Wintertourismus). Relativ groß ist auch der Anteil des Rheintales am Sommertourismus.

In den ca. 1.000 Betrieben der Beherbergungswirtschaft werden rund 36.000 Gästebetten (im Winter) angeboten. In Privatquartieren stehen weitere 28.000 Betten zur Verfügung. Im Winter liegt die Bettenauslastung (gewerblich und privat zusammen) bei 37 %, im Sommer bei 26 %.

 

Grafik 36: Deviseneinnahmen aus dem Reiseverkehr

In kaum einem anderen europäischen Land haben die Einnahmen aus dem Tourismus eine so große Bedeutung wie in Österreich: Bei den Deviseneinnahmen aus dem inter-nationalen Reiseverkehr im Verhältnis zum BIP liegt unser Land nach Ungarn, noch vor Griechenland, an der Spitze. Allerdings sind die Ausgaben der Österreicher für Reisen ins Ausland in den vergangenen 10 Jahren um 60 % gestiegen, während die Einnahmen aus dem Reiseverkehr im selben Zeitraum nur um 30 % angewachsen sind. Dadurch hat sich die Leistungsbilanz erheblich verschlechtert.

 

Grafik 37: Energieverbrauch nach Energieträgern

In Vorarlberg ist in den vergangenen 20 Jahren der gesamte Energieverbrauch um knapp 70 % gestiegen. Die Struktur des Energieverbrauchs hat sich aber wesentlich verbessert: Die starke Abhängigkeit von Heizölen (1984 noch 35 % des Energieverbrauchs) konnte beträchtlich verringert werden, indem das Erdgasnetz des Landes ausgebaut wurde (Anstieg dieses Anteils von 10 % auf 19 %).

 

Grafik 38: Wirtschaftsleistung und Energieverbrauch

Der österreichischen Wirtschaft ist von 1980 bis 2003 die "Entkoppelung" des Energieverbrauchs von der Entwicklung der materiellen Produktion in eindrucksvollerweise gelungen. Verbrauchsschübe in den Jahren 2001 und 2003 haben diesen positiven Trend allerdings beeinträchtigt. Bei einer Steigerung der realen Wertschöpfung um 66 % hat der Energieverbrauch in diesem Zeitraum nur um 54 % zugenommen.

 

Grafik 39: Energieverbrauch je Einwohner

Österreichs Pro-Kopf-Energieverbrauch liegt nur knapp über dem europäischen Durchschnitt.

 

Grafik 40: Altstoffverwertung

Die Vorarlberger Haushalte (inkl. Kleingewerbebetriebe) sind österreichweit die eifrigsten Altstoffsammler. Im Bundesländervergleich liegt Vorarlberg bei Papier, Glas und Leichtverpackungen (v.a. Kunststoffe) an 2. Stelle, bei Metallen und bei der Gesamtsammelmenge aber auf Platz 1.

 

Grafik: 41: Unterdurchschnittliche Umweltbelastung

Österreichs Industrie produziert umweltbewusst. Ihr Energieverbrauch liegt zwar bei fast der Hälfte der österreichischen Volkswirtschaft, doch trägt sie nur ca. 40 % zur SO2-Emission und gar nur weniger als 20 % zu den NOX- und CO-Emissionen bei.

 

Grafik: 42: CO2-Emmissionen je Einwohner

In Österreich liegen die CO2-Emmissionen pro Einwohner 8 % unter dem EU-Durchschnitt. In den USA sind sie beinahe dreimal so hoch wie in Österreich.

 

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Für den Inhalt verantwortlich sowie Adressat für weitere Informationen:

Mag. Werner Schallert, Wirtschaftskammer Vorarlberg,

Wichnergasse 9, 6800 Feldkirch (Tel. 05522/305, DW 331)

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